SpielwieseUrlaub am Meer: Rügen oder Rovinj - Spielwiese

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Roman Vigut

Journalist & Blogger

Urlaub am Meer: Rügen oder Rovinj

Urlaub fällt bei uns meist in die Vorsaison, sehr gerne in den Juni. Und so kam es, dass wir heuer gleich zwei unterschiedliche Meere besuchten: die Ostsee und die Adria. Und der Wettbewerb der Urlaubsdestinationen Rügen und Rovinj geht überraschend knapp aus.

Anfang Juni war eine Freundin von uns in Berlin und wir wollten zusammen noch ein paar Tage irgendwohin vereisen. Rügen liegt nur ein paar Autostunden entfernt und so haben Verena und ich ein paar Flugtickets nach Berlin gebucht und ein Leihauto besorgt. Um 5.00 Uhr früh ging es in Graz los in Richtung Flughafen Wien, dann der Easyjet-Flug nach Berlin, bei Avis das Auto abgeholt und nach drei Stunden fahrt durch Brandenburg und das mit Windrädern gespickte Mecklenburg-Vorpommern waren wir auf Rügen. Da wir im Nordosten der Insel wohnten, brauchten wir eine weitere Stunde zu unserer Unterkunft, dem Panorama Hotel Lohme.

Panorama Hotel Lohme, Rügen

Wir hatten zu dritt ein kleines Appartement mit Blick aufs Meer, die Sonne schien und es hatte 25 bis 30 Grad. Nicht weit entfernt der grandiose Sandstrand der Schabe. Am nächsten Tag fuhren wir erst nach Bins und dann ins berühmte Ostsee-Bad Sellin und natürlich haben wir uns einen Strandkorb gemietet. Draußen hatte es locker 30 Grad und das Meer war mit seinen rund 18 Grad eine echte Erfrischung.

Seebad Sellin, Rügen

Am zweiten Tag machten wir eine Wanderung durch den Nationalpark Jasmund zum Königsstuhl. Im schattigen Wald legten wir den Weg in wenigen Stunden zurück.

Königsstuhl, Rügen

Es war durchaus angenehm und entspannend, aber Wandern durch den Wald und schöne Felsen beobachten, das kann man hier in Österreich auch. Natürlich haben wir uns auch die Prora angesehen, ein Bau, der wiedermal den absoluten Wahnsinn der Nazi-Zeit unter Beweis stellt.

Prora, Rügen

Am dritten Tag ging es wieder zurück nach Österreich. Was uns in Rügen generell aufgefallen ist. Das Essen, vor allem der Fisch, ist wirklich günstig. Die Portionen sind mehr als ausreichend. In der Vorsaison ist es auch sehr ruhig. Was wir allerdings nicht verstehen: Pünktlich um 21 Uhr ist die Küche kalt, wenig später schließen die Lokale. Und das in einer Region, in der es im Juni bis 22.30 hell ist. Wieso???

Kontrast an der Adria

Zwei Wochen nach unsere Rügen-Tripp ging es mit meinen Schwiegereltern nach Rovinj. Wir haben ein kleines Appartement mitten in der Altstadt gemietet, die Casa Paola, mit grandiosem Blick über die Altstadt auf das Meer. Der Nachteil: Viele ungleichmäßige Stiegen. Die Stadt wimmelte bereits vor lauter Touristen, Istrien ist halt doch ein Hotspot, vor allem für Österreicher. Doch auch das Salsa-Festival lockte wohl zahlreiche Gäste in den Ort.

Hafen Rovinj

Ein bisschen Pech hatten wir leider mit dem Wetter. Es war meist bewölkt oder regnerisch, so dass wir unsere Zeit hauptsächlich mit Essen und Trinken verbrachten. Immerhin: Ein Tag war sonnig und wir nutzten diesen auch. Mit dem Taxiboot ging es ins Ressort Amarin, wo man auch als Externer einen schönen Badetag verbringen kann.

Blick über Rovinj

Nach drei Tagen ging es mit einem Zwischenstopp in Piran wieder zurück, erst nach Kärnten und dann nach Graz. Was uns in Rovinj aufgefallen ist: Die quirlige Stadt steht in der Touristen-Dichte den Städten der oberen Adria in nichts nach. Auch die Preise sind durchaus gehoben. Kroatien als billiges Urlaubsland? Das ist wohl Vergangenheit.

Fazit

Zusammenfassend gibt es für mich im Duell Rügen gegen Rovinj keinen wirklichen Sieger. Rügen hat uns positiv überrascht, weil wir keine Erwartungen hatten. Zumindest in der Vorsaison ideal für alle, die nach etwas Ruhe suchen. Allerdings mögen wir auch kleine Städte, in denen ordentlich was los ist. Und so hat uns auch Rovinj sehr gut gefallen. Für mich ein klares Unentschieden.